Wenn man seit knapp 30 Jahren gemeinsam Meilen sammelt, schiebt sich irgendwann ein Ziel auf dem Radar nach vorne, das man nicht einfach im Vorbeigehen abhakt: das Round Britain and Ireland Race (RBIR) des Royal Ocean Racing Club (RORC). Für uns ist diese Regatta kein spontaner Eintrag im Kalender, sondern die logische – wenn auch anspruchsvolle – Fortsetzung unserer bisherigen Entwicklung auf dem Wasser.
Die Fakten zum Kurs
- Distanz: 1.805 Seemeilen (ca. 3.340 km)
- Start & Ziel: Cowes (Isle of Wight, England)
- Richtung: Im Uhrzeigersinn um Großbritannien und Irland (jedoch ohne die Kanalinseln)
- Erstausgabe & Jubiläum: Erstmals 1976 und aller 4 Jahre ausgetragen; die Regatta 2026 markiert das 50-jährige Jubiläum.

Das RBIR zählt zu den anspruchsvollsten Regatten, die das europäische Offshore-Segeln zu bieten hat. Es handelt sich eigentlich um ein 1.800-Seemeilen-Coastal-Race und weniger um ein klassisches Hochseerennen.
Die Route führt uns vorbei an Land’s End und den Scillys über die Keltische See, hinaus in den rauen Nordatlantik zur abgelegenen Inselgruppe St. Kilda, hoch zum nördlichsten Wegpunkt bei Muckle Flugga auf den Shetland-Inseln und schließlich durch die flache, verkehrsreiche Nordsee zurück in den Ärmelkanal.
Wir haben uns Stück für Stück an immer komplexere Formate herangetastet. Auf Strecken wie Rund Skagen, bei Helgoland–Edinburgh, mehreren Ausgaben der Baltic 500 vor der Haustür, dem AZAB oder der Transquadra quer über den Atlantik haben wir gelernt, wie man ein Boot rund um die Uhr zu zweit am Limit bewegt – ohne das Material oder die eigenen Kraftreserven über Gebühr zu strapazieren. Wir trauen der Frida und uns die Aufgabe zu.
Doch im Vergleich zum AZAB oder der Transquadra, wo man nach zwei Tagen auf See meist in einen stabilen Wachtrhythmus findet, bietet der Kurs um die Britischen Inseln kaum Pausen. Komplexe Gezeitenströmungen, schnell wechselnde Wetterbedingungen und die Navigation durch Seegebiete, die mit Bohrinseln, Windparks und stark befahrenen Seewasserstraßen gespickt sind, werden durchgehend unsere Aufmerksamkeit fordern. An jeder Ecke werden sich Möglichkeiten bieten, Meilen zu gewinnen – oder zu verlieren. Nasskaltes Wetter bei den Shetlands und der unvermeidliche Schlafmangel werden uns darüber hinaus mental und physisch einiges abverlangen.
Das Round Britain and Ireland Race hat das Zeug dazu, die Grenzen unserer Seemannschaft und unseres Stehvermögens zu testen. Wir gehen die Herausforderung mit großem Respekt an. Unser Anspruch ist klar: Wir wollen die Erfahrungen der letzten Jahre auf diesen 1.805 Seemeilen bündeln, das Potenzial der Frida nutzen und schauen, wie weit wir als Doublehand-Crew gehen können. Unser Ziel: Einmal rundrum … mit alles dran und nix kaputt 😉
Am 9. August geht es vor Cowes los. Nach etwa 10 bis 12 Tagen sollten wir dort wieder festmachen. Unser Leben an Bord werden wir vorwiegend über Instagram teilen. Ob wir von unterwegs aus direkt zum Bloggen kommen, können wir noch nicht versprechen … 😉
Die Frida und wir sind jedenfalls bestmöglich vorbereitet und freuen uns auf die kommenden Wochen. Ereignisreich werden sie auf jeden Fall – das ist sicher!